Nach 20 Jahren Pils und Fußball sind neue Konzepte ganz erfrischend. Besonders in einem Jahr, in dem man so oft mit Pils den Fußball gefeiert hat (zumindest in Dortmund). Und wenn es in Berlin um Fußball geht, dann geht ohnehin nur eins: Die Milchbar in Kreuzberg, die (in)offizielle Hauptstadtvertretung des BVB 09 Borussia Dortmund e.V....
Heute kaufe ich mir nicht eins, sondern ganz viele O. Das Pott-Alphabet wird ja von Buchstabe zu Buchstabe besser!
@Gassi: Wenn man nur den Mikrokosmus Migrantenkultur betrachtet, dann ist die Darstellung in der Tat nicht genau genug. Aber wenn ich alle vorhandene Subkulturen betrachte, die vor 10 Jahren noch in der Nordstadt vorhanden waren (z.B. Cosmotopia, Lenz, Root, Roxy, diverse Plattenläden), dann fährt die Gegend durchaus auf einer immer schmaler werdenden Spur. Man könnte aus dem Schwund folgenden Schluss ziehen: Die Dortmunder Nordstadt ist mittlerweile so monokulturell migrantisch geprägt (mit zwar verschiedenen separaten Parallelkulturen, die aber weniger sendungsbewußt und engagiert sind als die Landsleute z.B. aus DU-Marxloh), dass selbst eine alternative (westlich) orientierte Subkultur dort die Segel streicht. These zu kontrovers? Dann freue ich mich über eine weitere Erklärungen...
Interessant, ich hatte Herrn Twickels Bochumer Termin nicht auf dem Schirm. Schöner Zufall. Persönlich kenne ich keine 1-Euro-Meile, die lebenswerter ist als ein gut gemischter Kiez mit auch (nicht nur) höherwertigen Angeboten. Auf der Dortmunder Brückstraße hat kürzlich das wunderbare Cafe "Chill´R" geschlossen, hier trafen sich Menschen, die das soziale und kulturelle Leben der Stadt bereichert haben und die Billig-Szenerie aufgebrochen haben. Ebenso das Roxy auf der Münsterstraße, die nun deutlich am Profil verloren hat. Der Verlust der westlichen Subkultur dort ist keine Wertung sondern eine Beschreibung der nun dort herrschenden Monokultur – die immer öde ist. Ob nun dort oder in der Kollwitzstraße im Prenzlauer Berg, wo die Monokultur aus solventen Akademikern mit Kinderwagen und Altbaueigentum besteht. Wie dem auch sei: Das Ruhrgebiet sollte nicht den Fehler machen, potentielle Investoren mit aus Hamburg übernommenen Argumenten zu verschrecken. Diese Investoren ohne Vertreibung der Locals in die Stadt zu integrieren muss dann Aufgabe der Städte sein. Gleichzeitig muss auch lokales Potential gepflegt werden. Wie so etwas nicht funktioniert, haben Essen und der DGB in der Tat mit dem Umgang mit "Freiraum 2010" bewiesen.
Danke, völlig richtig, da sind die Dimensionen verrutscht.
Leider hat Ralf natürlich Recht: So richtig "Techno" ist die Loveparade schon lange nicht mehr. Aber selbst ein Guetta als Bon Jovi des Techno hat mit dem ursprünglichen Geist noch mehr zu tun als die Loveparade-"Mitbewerber" Rock am Ring, Summer Jam oder Wacken und ihre jeweiligen Kulturen. Oder doch nicht mehr? Der Erfolg des Genres wird jedenfalls immer mit Ausdifferenzierung bezahlt.
...das mit der Bonner Republik. Man hatte sie eigentlich schon vergessen. Und die Frage der sprachlichen Vermittlung ist zum Glück nur eine Sache von Know-How und Haltung – und damit ohne große Investitionen machbar.


























