
Wholecar Invers - Kunstspur Alternativ
Ein S-Bahn Abenteuer mit Freiraum2010
Freiraum2010 probiert es mal wieder anders und sucht nach experimentellen Atelierflächen. Wurden sie zuletzt noch am Folkwang-Museum gesehen (2010LAB.tv berichtete), haben sie sich – im Rahmen der offenen Ateliers Kunstspur Essen – in die S1 Essen-Dortmund-Düsseldorf gesetzt – und dort ein wenig gearbeitet.
Impressionen einer Zugfahrt

Wer die Geschichten von Freiraum2010 verfolgt hat, wundert sich vielleicht, ob die Damen und Herren, die letztes Jahr ein Haus besetzt und eine Kirche bemalt haben, denn nun aufgegeben hätten Räume zu suchen. Zuletzt gab es eine kleine Ausstellung in der Galerie K29-Ricarda Fox und ansonsten soll es Verhandlungen mit der Stadt geben. "Wir müssen handeln, nicht verhandeln!" ruft die Freiraum-Gemeinschaft und fängt an das Zugabteil zu bekleben – selbstverständlich mit rückstandsfrei entfernbaren Materialien.
Erste Fahrt: Essen -> Dortmund
Auf der ersten Strecke "S1 - Essen - Dortmund" scheint das DB-Wachpersonal die Aktivisten schon erwartet zu haben. Mit verschränkten Armen, jede Bewegung beobachtend, jeden Sprachfetzen aufschnappend und jegliches musikalisches Gehör vermissen lassend, schimpft einer der beiden Sicherheits-Männer auf minderwertige Kunst und miserables Gitarrenspiel.
Der andere ist Kunstkenner, die Schwester studiert auch Kunst und das Interesse ist groß; umso trauriger dann, dass er gezwungen ist, auf das Entfernen des Kunstwerks zu drängen. Wir reagieren mit Stirnfalten und Schweigen und die beiden verlassen die Bahn. Am Dortmunder Hbf. wartet dann schon eine Reinigungskraft, die unsere Kunst einfach wegschmeißt.
Zweite Fahrt: Dortmund -> Düsseldorf
Freiraum-Mitfahrende

Die Strecke lässt uns diesmal ausreichend Zeit, das von uns besetzte Abteil farbenfroh umzugestalten und zu musizieren. Als wir Essen erneut passieren, sieht es sogar schon einigermaßen gut aus, als sich ein neuer Kostverächter vom Sicherheitsdienst zu uns gesellt. Im Gegensatz zu den ersten beiden Herren ist das Vorgehen nun aber weniger geschickt.
Aussteigen und Putzdienst rufen hatte gut funktioniert, nun heißt die Devise jedoch: Gewähren lassen und kurz vor Düsseldorf mit der Polizei drohen. Alles abreißen sollten wir und sonst... Irgendwann läuft das Personal rot an und wir sammeln alles ein und tätowieren uns eine weitere Stirnfalte ins Gedächtnis, was dem Sicherheitspersonal jedoch nicht reichen sollte.
Dritte Fahrt: Düsseldorf -> Essen
Der Rest ist Schweigen

"
Ein anonymer Mitreisender
Kommentar hinzufügen
Empfohlene Beiträge
Ähnliche Beiträge
Thema
Stadt
Branche
Aktuelle Tweets




























