
UZDO vs. IfuK - "Stadt ohne Geld?" in der Kritik
Bereits vor Beginn der „Stadt ohne Geld“-Reihe am 6. Oktober gibt es kontroverse Reaktionen auf die Koproduktion zwischen dem Institut für urbane Krisenintervention (IfuK) und dem Theater Dortmund. Dabei geht es vor allem um die Rolle, die das IfuK bei dem Projekt spielt und welche Ziele es letztendlich verfolgt.
In der aktuellen Bochumer Stadt- und Studierendenzeitung (BSZ) gibt sich überraschenderweise ausgerechnet Dortmunds Schauspieldirektor Kay Voges skeptisch hinsichtlich der Zusammenarbeit, da das IfuK Interesse zeige, aktiv in den Produktionsprozess einzugreifen. Fürchtet Voges plötzlich um die Autonomie des Künstlers?
Die Aktivisten des UZDO, die für ein unabhängiges Zentrum in der Stadt kämpfen, hinterfragen in einem Offenen Brief wiederum allgemein die Herangehensweise von „Stadt ohne Geld“ und die Positionen des IfuK im Speziellen:
„Mit unserer Initiative wehren wir uns entschieden gegen ihre Vorstellungen und Aktivitäten einer in allen Bereichen durchgewirtschafteten Zwangsgemeinschaft. (…) Sie geben sich der Illusion hin, Kreativität sei planbar und strategisch einsetzbar. Es scheint sie wollen die unnützen KünstlerInnen gezielt ansetzen auf die Lösung städtischer Probleme.“
Im weiteren Verlauf verortet UZDO das IfuK in der Tradition eines neokonservativ-liberalen Leitbilds handelnd: „Mit ihrer Haltung, ihren Äußerungen und Bestrebungen drängen sie, weiter und direkter als in den letzten 20 Jahren ohnehin schon, grundlegend menschliche Wesenseigenschaften von Gemeinschaften in ihren aufgezwungen Legitimationsdiskurs einer Kosten-Nutzen-Kalkulation.“
In einer ersten Reaktion hat „Stadt ohne Geld“ den Offenen Brief unkommentiert auf der eigenen Webseite veröffentlicht.
Das gegenseitige Unbehagen ist indes nicht neu. In seinem privaten Blog hatte Marcel Briegwitz, „Chief Communication Officer" des IfuK, zuvor die temporäre Besetzung der ehemaligen Kronenbrauerei durch die UZDOler wenig wohlwollend kommentiert und der Aktion eine nachhaltige Perspektive abgesprochen.
Wirklich konträr wird es, wenn beide Seiten qua eigener Definition die Bewohner der Stadt in den kulturellen Prozess mit einbeziehen wollen, wie sowohl Svenja Noltemeyer vom Dortmunder Büro für Möglichkeitsräume im UZDO-Interview mit 2010LAB, als auch „Stadt ohne Geld“-Projektkoordinator Hendrik Feldkamp im Gespräch mit der BSZ anführen.
Fakt ist, dass es bisher weder Institute, noch Runde Tische und schon gar nicht das städtische Kulturdezernat verstanden haben, den frustrierten Künstlern einen Lösungsvorschlag für deren unbefriedigende Situation zu eröffnen.
Schenkt man den Worten der UZDO-Aktivisten Glauben, wird eine Reaktion auf dieses Zustand nicht allzu lange auf sich warten lassen: „Wir bereiten uns auf einen kalten Winter vor und werden nicht herausfinden, wie lange wir uns in Geduld üben können. Freut Euch auf einen heißen Herbst!“
Fürchtet Kay Voges um die Autonomie des Künstlers?
In der aktuellen Bochumer Stadt- und Studierendenzeitung (BSZ) gibt sich überraschenderweise ausgerechnet Dortmunds Schauspieldirektor Kay Voges skeptisch hinsichtlich der Zusammenarbeit, da das IfuK Interesse zeige, aktiv in den Produktionsprozess einzugreifen. Fürchtet Voges plötzlich um die Autonomie des Künstlers?

Kay Voges, Foto: kay-voges.de
„Mit unserer Initiative wehren wir uns entschieden gegen ihre Vorstellungen und Aktivitäten einer in allen Bereichen durchgewirtschafteten Zwangsgemeinschaft. (…) Sie geben sich der Illusion hin, Kreativität sei planbar und strategisch einsetzbar. Es scheint sie wollen die unnützen KünstlerInnen gezielt ansetzen auf die Lösung städtischer Probleme.“
Im weiteren Verlauf verortet UZDO das IfuK in der Tradition eines neokonservativ-liberalen Leitbilds handelnd: „Mit ihrer Haltung, ihren Äußerungen und Bestrebungen drängen sie, weiter und direkter als in den letzten 20 Jahren ohnehin schon, grundlegend menschliche Wesenseigenschaften von Gemeinschaften in ihren aufgezwungen Legitimationsdiskurs einer Kosten-Nutzen-Kalkulation.“
Erste Reaktion auf offenen Brief durch "Stadt ohne Geld"
In einer ersten Reaktion hat „Stadt ohne Geld“ den Offenen Brief unkommentiert auf der eigenen Webseite veröffentlicht.
Das gegenseitige Unbehagen ist indes nicht neu. In seinem privaten Blog hatte Marcel Briegwitz, „Chief Communication Officer" des IfuK, zuvor die temporäre Besetzung der ehemaligen Kronenbrauerei durch die UZDOler wenig wohlwollend kommentiert und der Aktion eine nachhaltige Perspektive abgesprochen.
Wirklich konträr wird es, wenn beide Seiten qua eigener Definition die Bewohner der Stadt in den kulturellen Prozess mit einbeziehen wollen, wie sowohl Svenja Noltemeyer vom Dortmunder Büro für Möglichkeitsräume im UZDO-Interview mit 2010LAB, als auch „Stadt ohne Geld“-Projektkoordinator Hendrik Feldkamp im Gespräch mit der BSZ anführen.
Fakt ist, dass es bisher weder Institute, noch Runde Tische und schon gar nicht das städtische Kulturdezernat verstanden haben, den frustrierten Künstlern einen Lösungsvorschlag für deren unbefriedigende Situation zu eröffnen.
Schenkt man den Worten der UZDO-Aktivisten Glauben, wird eine Reaktion auf dieses Zustand nicht allzu lange auf sich warten lassen: „Wir bereiten uns auf einen kalten Winter vor und werden nicht herausfinden, wie lange wir uns in Geduld üben können. Freut Euch auf einen heißen Herbst!“
Foto (Teaser): Michael Blatt
Foto im Text: Foto: kay-voges.de
Foto im Text: Foto: kay-voges.de
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Mo, 04.10.2010
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Mehr als 5 Millionen Einwohner erleben zurzeit, wie ihr postindustrielles Ruhrgebiet im Westen Deutschlands sich zum spannenden europäischen „place to be“ wandelt. Eine werdende Metropole im Selbstfindungsprozess nach der Kulturhauptstadt 2010. Besondere Kennzeichen: Industriekultur als Teil des kollektiven Gedächtnisses – und als inszeniertes Massenereignis.
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Das "Institut für urbane Krisenintervention" (ifuk) hat sich als Inszenierung herausgestellt. Mehr dazu hier: http://www.2010lab.tv/blog/ifuk-alles-nur-theater