Theater Phalanx: Generation Privatfernsehen

Mehr und mehr festigt sich bei mir im Laufe des Gesprächs die Einschätzung, dass die beiden Herren vom Bochumer Theater Phalanx auf eine liebevolle Art nicht ganz bei Trost sind. Im Café Central sitzen sie mir gegenüber und geben seltsame Sätze von sich, wie: „Das muss man sich mal vorstellen, dass jemand ein Putzmittel Cillit BANG nennt. Es wäre natürlich super, wenn die uns sponsern würden.“ Oder: „Mit Dr. Fart haben wir die erste eigene, von uns ausgearbeitete Figur geschaffen.“

Darf ich vorstellen: D.H. Freeman und Timo Josefowicz, die führenden Köpfe hinter und Schöpfer von „Master Of The University“ und „The A-Team Begins“, mit der sie einer Zeit huldigen, als ein Plan noch funktionierte und die Macht in Händen von Grayskull lag. Beide sind sie Kinder der „Generation Privatfernsehen“, für die Mitte der 1980er nicht die Politik, sondern die World Wrestling Federation über den Status „Gut“ oder „Böse“ bestimmte.

Fast das gesamte 27-köpfige Team nähert(e) sich in erster Linie autodidaktisch der Schauspielerei. So hat D.H. Freeman mit Nichten eine klassische Regieausbildung hinter sich, die sei seiner Ansicht nach beim Theater Phalanx aber auch gar nicht gefragt: „Schauspielern steckt in jedem Menschen drin. Du musst ihn nur motivieren können.“ Mitstreiter Timo ergänzt: „Man muss den richtigen Weg finden, die Ideen des Ensembles zu koordinieren und zu ordnen.“ Demokratie ist nicht immer der einfachste Weg.

Was im Juni 2008 an der Studiobühne des Musischen Zentruns (MZ) als nicht-kommerzielles Projekt begann, entwickelt sich stetig vorwärts. Für diesen Sommer sind DVD-Ausgaben der beiden fertiggestellten Stücke geplant, die ausdrücklich als Parodie ausgewiesen werden, denn ansonsten gebe es Schwierigkeiten mit der Rechte-Nutzung und wer will schon gerne die Todesschwadrone von Barbie & Ken vor der Haustür stehen haben.

Futter für die pseudo-intellektuelle Kultur-Boheme

Stolze 1200 Zuschauer strömten in die bisher rar gesäten Vorstellungen im MZ. Das soll sich ändern! Von Off-Theater-Bühnen bis zur Betriebsfeier, das Theater Phalanx ist jederzeit  auftrittsbereit und bietet vom Furz-Gag bis zum Gender-Diskurs alles, wonach die pseudo-intellektuelle Kultur-Boheme giert.

Finanzielle Unterstützung von staatlicher Seite gab es erst wenig, mal abgesehen von 150 € vom Bochumer Kulturbüro für „Master Of The University“. Der entsprechende Antrag für „The A-Team Begins“ befindet derzeit noch in Bearbeitung. „Wir wollen Theater Phalanx so weit tragen, wie es geht, bewegen uns aber hart an der Grenze der Finanzierung und der Belastung für die Schauspieler“, sieht Josefowicz die Künstlergruppe am Limit des Machbaren. Für Freeman ist das Theater Phalanx längst mehr als nur eine Herzensangelegenheit geworden: „Ich würde sagen, dass mein halbes Leben sich darauf konzentriert.“

Ende April kehrt das A-Team noch mal für zwei Auftritte auf die Studiobühne zurück. Mit einem ganz speziellen Bonbon im Gepäck, wie D.H. verrät: „Die Welt hält jetzt schon den Atem an. Am 24. April platz die Bombe!“ Dann wird der Titel des neuen Stücks preisgegeben.

Tickets für die Aufführungen am 24.+25.4. im Musischen Zentrum der RUB: theateambegins@t-online.de

www.theater-phalanx.de

Fotos: Jade Cooper

Di, 09.03.2010 1

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Kommentare

Theater

Wer das Stück noch nicht gesehen hat,sollte es bei der nächsten Gelegenheit nicht verpassen. 90 Minuten Aktion pur auf der Bühne.
Klasse

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05.01.2010

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