Pro NRW - „Ein kleines Häufken Elend“
- Serie: Kreativ.Quartier.Ruhr
Unter den Kundgebungsteilnehmern waren größtenteils ausländische Gäste. Politische Mitstreiter anderer Rechtsradikaler von der Freiheitlichen Partei Österreich (FPÖ), aus Frankreich und Spanien. Aus Belgien war eine Gruppe des Vlaams-Belang angereist, der die Bühne stellte, und die Ordner. Die organisatorischen Möglichkeiten von Pro NRW sind in diesem Wahlkampf noch begrenzt. Die übrigen Menschen hier auf dem tristen Schotterparkplatz sind kleine Funktionäre und Familienangehörige der Landtagskandidaten.
Minarettverbot - (k)ein europäisches Begehren?
Zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen den beiden Gruppen kam es nicht. Ein Polizeisprecher erwähnte den „friedlichen Charakter“ beider Veranstaltungen. Auf einer Wiese gegenüber der Moschee fand seit dem Vormittag ein Volksfest statt. Rund 4000 Menschen demonstrieren dort in einer Atmosphäre aus Ostermarsch und Stadtteilfest. „Hand in Hand gegen Rassismus“, wie es auf einem weißen Banner heißt, das an der Moschee hängt. Die beiden Kirchen im nördlichen Duisburger Stadtteil tragen das gleiche Motto. Ein „Marxloher Bündnis“ hatte gerufen, und der wahlkampferfahrene SPD-Vorsitzende Siegmar Gabriel ließ sich nicht zweimal bitten.
Europas Wähler
Während Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU), ebenso sein Integrationsminister Armin Laschet (CDU), der Veranstaltung fern blieben. Markus Beisicht, dessen Partei sich auch aus vielen enttäuschten CDU-Mitgliedern speist, nannte Laschet „unseren besten Wahlhelfer“. Tatsächlich ist Nordrhein-Westfalen das erste Bundesland, dessen Landesregierung ein entsprechendes Ressort führt. Gerade für das darbende Ruhrgebiet hat sich wegen des starken demographischen Wandels die Erkenntnis durchgesetzt, dass man ein Einwanderungsland ist, dessen Zukunft an seinen Migranten hängt. Unter den 18.000 Menschen in Marxloh hat jeder dritte keine deutschen Wurzeln.
Überall dort, wo derzeit neue Moscheen entstehen, wo Minarette in den blauen Himmel über die Ruhr wachsen, regt sich auch aktueller bürgerlicher Widerstand, von dem Pro NRW profitieren will. Im sauerländischen Menden, am östlichen Rand des Ruhrgebiets, versuchte die Politik kürzlich den Planungsstopp einer Moschee zu erreichen. „Es gibt ja eine Islamophobie in Deutschland, spätestens seit dem 11. September. Deshalb gehe ich jetzt in die Moscheen, um unter Demokraten über Integration zu sprechen, nicht mit rechtsradikalen Spinnern, wie sie jetzt hier im Ruhrgebiet auftauchen.“ Analog dazu sprach der Duisburger CDU-Bürgermeister Adolf Sauerland von „unserer Erfolgsmoschee.“
Gespaltenes rechtes Lager
Pro NRW wird auch nach diesem Tag fortfahren mit ihrer Strategie, den Islam mit fundamentalistischem Islamismus gleichzusetzen, vor dem die Menschen in Deutschland zunehmend Angst haben. Aber in Marxloh haben sie heute keine Spaltung der örtlichen Gemeinschaft erreicht, sondern das Gegenteil. Gespalten ist hier einzig das rechte Lager: Die rechtsextreme NPD demonstrierte ihrerseits in Duisburg gegen eine zunehmende Islamisierung, mit ein paar Leuten mehr als Pro NRW. Ihr ideologisiertes gemeinsames Wählerspektrum zerbröselt zwischen zwei schwachen Blöcken.
Der NPD-Vorsitzende Udo Voigt weiß das und sprach auch deshalb zuletzt von einem Wahlziel „über einem Prozent“ für die Landtagswahl. Pro NRW beschimpfte er als eine Vereinigung aus „Homosexuellen und Israelfreunden“. Unterdessen sind Christen und Moslems im Ruhrgebiet heute ein kleines Stückchen zusammengerückt. Vielleicht auch die SPD mit der CDU. Für die Landtagswahlen im Mai gilt die Variante einer Großen Koalition sowieso als die wahrscheinlichste.
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Erster Eindruck negativ
Hi "Medien Bunker", auf mich wirkt das Foto erstmal für sich gesehen geschmacklos. Ohne Kommentierung kann ich damit wenig anfangen. Da hilft auch kein Hinweis auf den Mob-Charakter. Der dazugehörige Eintrag in eurem Blog klärt auch nicht weiter auf.
Mein erster Eindruck: Ein Schockmoment (auf Kosten von KZ-Insassen) = "Gefährliches" Spiel der Kunst. Kannst du meiner Skepsis mit Inhalten entgegnen?
Hallo Sven, das waren
Hallo Sven, das waren Teilnehmer des BlindArtMobs, zu dem der Medien-Bunke aufgerufen hatte! Die Aktion war genial!
hallo olaf, wer sind denn die
hallo olaf, wer sind denn die leute auf dem foto?