
Mein schlechter Film – Erzählung in 10 Teilen – Teil VII-X
Teil VII
Eine Talkrunde
Der Regisseur, trägt schwarz und trinkt Schnaps
Der Moderator, schläft
Das kleine Mädchen, trägt Brille
Ein Bösewicht, hat sich dazugeschlichen
Bösewicht: „Wir müssen das Budget kürzen, dieser Film ist nicht realisierbar!“
Regisseur: „Er ist doch bereits realisiert, halten sie sich zurück!“
Moderator: „Das kann ich nicht sehen. Sie besuchen uns ja bereits zum zweiten Mal und ich kann keine Anstrengungen erkennen ihre fantastischen Exkurse den Produktionsbedingungen anzupassen.“
Das kleine Mädchen: „Machen wir doch einen Animationsfilm draus.“
Regisseur: „Wenn überhaupt, dann Zeichentrick!“
Moderator: „Ich habe mich in den Bösewicht verliebt, steht das im Drehbuch.“
Das kleine Mädchen: „Alle schlechten Verweise stehen im Drehbuch und dass sie es gelesen haben, zeigt ihre Reaktion“
(Rückkopplungspfeifton, alle halten sich die Ohren zu)
Das Studio beginnt zu wackeln die Wände fallen um, alles entpuppt sich als gnadenlos prekär.
Ende Teil VII
Teil VIII
Diashow von Straßen.
Off-Stimme
„Wir haben weder das Geld, noch die Räume und die politischen Botschaften machen uns den Stil kaputt. Aber es bleibt kein anderer Weg. Der direkte Weg ist kompromittierend. Jeder nach seinem Geschmack. Geschmack wird unterschätzt. Ist ein guter Geschmack nicht der einzige Weg aus der würdelosen Wirklichkeit. Guter Geschmack in Beziehungen, im Gespräch, beim Essen, in der Kunst. Es lebe der Geschmack.“
Die Begriffe: „Wahr. Schön. Gut.“ Faden ineinander, erscheinen auf Produkten, werden als Pappschriftzüge verzehrt, erschlagen kleine Insekten.
Ein Lehrer weint vor seiner Klasse. Ein Hund trägt ein Messer im Maul und läuft durch den Vorgarten ins Reihenhaus. Kinder trainieren mit Katanas. Ein schläfriger Obdachloser verbeißt sich im Schuh eines telefonierenden Passanten und wird mitgeschleift. Ohne ihn zu bemerken zieht der schnurrgerade marschierende Mann ihn hinter sich her.
Ende Teil VIII
Teil IX
Durch die Eingangshalle eines Bürogebäudes, in den Aufzug, ins Büro, bis vor das große Panoramafenster schleift er den Schlafenden und lässt ihn allein im Büro zurück.
Er erwacht, geht zum Fenster, schlägt mithilfe eines Spazierstocks ein Loch hinein und spielt Musik auf dem zerbrochenen Fensterglas. Panflötenmusik erklingt und der ungepflegte Kerl beginnt das Glas zu essen. Stück für Stück schiebt er es sich in den Rachen und zwischen den Lippen dringt braune Suppe hervor. Der ganze Raum steht bald in braunen Brachwasser und Familienfotos schwimmen auf der Wasseroberfläche. Die Panflötenmusik ist öhrenbetäubendem HarshNoise gewichen. Weil der Aufrührer die Scheiben verzehrt, fließt das Brackwasser bald in Strömen an der Fassade des Gebäudes entlang, sammelt sich, unter anderem, in einer Baugrube in der Kinder baden. Die Diva hat sich das Haupt kahl rasiert. Der Dämon ist ein Trinker geworden. Das kleine Mädchen ist Ministerpräsidentin. Ich wurde in tausend Stücke zerrissen und diene nun Termiten als Unterschlupf.
Das Brackwasser läuft in den Termitenhügel und wir brechen auf.
Ende Teil IX
Teil X
Und als die Erde explodiert
und hundert Drachen speien
und als das Böse sich verwirrt
als schlechtes Lied entpuppt
solls wieder nur ein Film gewesen sein
ende
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