
Laura Ribero in der Galerie Schütte
- Serie: Kunst
Es begab sich zu Beginn unseres Jahrtausends, dass eine junge Kolumbianerin von einem Essener Galeristen aus 123 Bewerbungen auserkoren wurde, das allererste Stellwerk-Stipendium auf Zollverein zu bekommen. Aus der Begegnung entwickelte sich eine enge Zusammenarbeit, und nun stellt Laura Ribero bereits zum dritten Mal in der Galerie Schütte aus.
Die mittlerweile in Spanien lebende Fotografin überzeugte die Jury damals ebenso wie das Publikum heute durch die konsequente Umsetzung der Themen Urbanismus, Migration und Identität. Im Klartext: In ihren Arbeiten greift sie Dinge auf wie zum Beispiel die Essener Straßenbahnlinie 107, die auf ihrer Fahrt von Süden nach Norden das soziale Gefälle einer Großstadt widerspiegelt. Oder sie inszeniert Porträts ausländischer Stadtteilbewohner im Verhältnis zur sie umgebenden Architektur und Natur. Oder sie dokumentiert die Zustände in einem Armenviertel in Barcelona.
Riberos Bildfiguren sind nie verwurzelt, sie scheinen „ihren“ Ort zu suchen und nie zu finden, sie pendeln zwischen Welten, zwischen Fremde und Heimat, zwischen Kind- und Erwachsensein – eine Art von Migration, die mit der Geburt beginnt und mit dem Tod endet. Stark orientiert sich die 1978 geborene Fotografin an „Alice im Wunderland“ von Lewis Carroll, sie spielt mit den Gegensätzen Dokumentation und Fiktion bzw. Porträt und Inszenierung.
Highlight der diesjährigen Ausstellung im Hause Schütte ist sicherlich die Serie „The Queen of the Chess“. Eine Tänzerin „schwebt“ durch ein altes Kloster mitten in Barcelona, nähert der Architektur an, spielt mit ihr, wird eins mit ihr. Wunderbar poetische Fotos sind so entstanden.
Laura Ribero: Neue Fotografien
6.3.–1.5.
Galerie Schütte
Hauptstr. 4
45219 Essen
Alle Fotos: Laura Ribero
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