
Kreative Quartiersentwicklung der Südlichen Friedrichstadt in Berlins historischem Kern
Zur Zeit finden in Berlin Diskussionen statt, wie Teilflächen auf dem Areal des ehemaligen Blumengroßmarktes in der Südlichen Friedrichstadt entwickelt werden. Zur Disposition stehen 3.000 Quadratmeter. Zunächst wurde eine Studie durchgeführt, deren Ergebnisse nun realisiert werden sollen. Ziel ist die Errichtung eines profilierten Kreativquartiers.
Der Stadtteil gehört zur historischen Innenstadt und zeichnet sich durch seinen barocken Grundriss aus. Noch aber muss das unscheinbar wirkende Quartier zu neuem Leben erweckt werden. Durch Krieg, Mauerbau und Verkehrslenkung wurde es stark zerstört.

In der Südlichen Friedrichstadt befinden sich zahlreiche Baudenkmäler und Kultureinrichtungen. Mit etwa 70 Galerien ist der Stadtteil der wichtigste Standort Berlins für die Szene.
Etwa 3.500.000 Gäste besuchen pro Jahr besuchen diese Einrichtungen. Daneben findet man hier viele Werbeagenturen und Unternehmen der IT-Branche.
Insgesamt haben sich rund 400 Unternehmen und Einrichtungen eingemietet. Viele von ihnen sind gut aufgestellt und teilweise international bekannt. Noch sind die Mieten günstig.
Das Quartier ist bekannt und begehrt, aber bald werden die Räume knapp. Urbanes Leben jedoch findet an dem Ort nicht statt. Hier wird in erster Linie gearbeitet, nicht gewohnt. So fehlen auch Spezialbäckereien, Szenerestaurants und Buchläden.
Nutzungsorientierte Verfahren
Mit der weiteren Entwicklung zum Kreativquartier werden Leitlinien gemeinsam mit Anwohnern, Eigentümern und Akteuren aufgestellt, um das Profil zu stärken.
Eine Leitlinie ist entscheidend: so sollen die neu entstehenden Räume im nutzungsorientierten Verfahren vergeben werden - zu einem Festpreis. Dieser 'Kulturbonus' garantiert bezahlbaren Kauf. Ein Novum.
Neu ist auch, dass die in der Südlichen Friedrichstadt ansässigen Unternehmen eigene Vorstellungen bei der Entwicklung urbaner Strukturen in die Waagschale werfen können. Gemeinsam schaffen sie Lebensqualität und Identität. Um die Vernetzung auch für Besucher sichtbar zu machen kann etwa ein Skulpturenpfad durch das Quartier führen.
Die neu zu vergebenden Räume am Blumengroßmarkt sollen das Profil schärfen und die gegebenene Struktur ergänzen. Vielleicht entsteht hier ein Kreativquartier für viele aus einem Guss in einem urbanen Umfeld.
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